Diese Betrachtungen stellen die persönliche Meinung von Dipl.-Ing. Alexander Hecht dar.
Sie beruhen auf den ihm zum Augenblick der Niederschrift zur Verfügung stehenden Informationen.
 
       
       
   
28.02.2017 Registrierkasse
 
   

Ganz ehrlich – es erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz, wenn ich mir ansehe, wie reibungslos die Umstellung unserer Anwender auf die ab 1.4.2017 verpflichtende Sicherheitseinrichtung zur Registrierkasse abläuft.

 
       
       
       
   
10.11.2016 Gesundheits- und Finanzministerium – bitte vor den Vorhang
 
   

Erschreckend synchron abgehoben/hilflos verläuft das Vorgehen von Gesundheitsministerium und Finanzministerium.

Zunächst wird verkündet, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt verpflichtend eine bestimmte Technologie zum Einsatz kommen muss (ELGA, eMedikation, Registrierkasse). Die Widerstände der Betroffenen bezüglich der vorgesehenen Umsetzung (sowohl der Ärzte und der anderen betroffenen Unternehmer als auch der Entwickler) wird hier zum Teil einfach ignoriert - sieht man von den Versuchen ab, mit diversen (nicht unangezweifelten) Nutzen- und Kostenanalysen einen (politisch) günstigeren Eindruck zu erwecken.

Dann werden Unterlagen und Spezifikationen zur Verfügung gestellt. Den Softwarefirmen / Kassenherstellern bleibt ab diesem Zeitpunkt nichts anderes übrig, als sich mit hohem Aufwand in die Entwicklung zu stürzen und das schnell, weil die Fristen (zu) kurz bemessen sind. Die Fragen und Probleme, die zu diesem Zeitpunkt auftreten, können zum Teil nicht beantwortet werden. Also muss man teilweise unter gewissen Annahmen entwickeln. Und setzt sich dem Risiko aus, sich durch die Entwicklungsbereitschaft der Kritik der Interessensvertretungen stellen zu müssen. Weil man ja offensichtlich den Willen des Gesetzgebers unterstütze und befördere.

Dann verschieben die Verantwortlichen die verpflichtenden Termine. Das können sie natürlich auch mehrmals tun. Zusätzlich werden auch noch die technischen/gesetzlichen Vorgaben geändert/modifiziert/ergänzt/neu erläutert/neu interpretiert. Also wieder neuer Aufwand. Und Ungewissheit bei den betroffenen Ärzten und den anderen Unternehmern, wie es jetzt weitergeht. Werden sie das Geforderte jetzt auch wirklich einsetzen müssen oder doch nicht?

Gleichzeit erwarten die Ministerien, dass die Softwarefirmen/Kassenhersteller die gesamten Kosten an Entwicklung und Logistik (auf eigenes Risiko) tragen, da sie ja angeblich ohnehin so viel daran verdienen werden. Dass dieses einfache Überwälzen der gesamten Kosten auf den Kunden nicht so einfach geht, ist hier ohne Belang. Berücksichtigt sind hier von mir ungerechterweise allerdings nicht die Anschubfinanzierungen – vielleicht, weil sie nicht reichen?

Würde man davon ausgehen, dass Ministerien ausschließlich im Interesse und zum Wohl der Bürger handeln sollten, so wäre ein derartiges Vorgehen einfach undenkbar.

 
       
       
       
   
12.04.2016 WINDOWS as a Service
 
   

Nachdem vor einigen Jahren der Druck des Marktes zu groß wurde, hat MICROSOFT einen sogenannten Patch-Day eingeführt. Nur an einem bestimmten Tag im Monat wurden – falls notwendig - alle notwendigen Aktualisierungen des Betriebssystems durchgeführt. Das hatte den Vorteil, dass man sich als Anwender darauf einstellen konnte, wann der PC für die Dauer der Installation der Updates nicht verfügbar war.

MICROSOFT ist nun mit WINDOWS 10 von diesem Prozedere abgegangen. Es definiert nun das Betriebssystem WINDOWS 10 als „WINDOWS as a Service“ und hat im Zuge dessen seine Update-Politik wieder geändert: Etwa zwei bis drei Mal im Jahr ist die Veröffentlichung einer neuen Ausgabe von WINDOWS 10 geplant, damit jeder Anwender mit einer Lizenz stets die aktuelle – und damit von bekannten Sicherheitsrisikos und Fehlern bereinigte - Version nutzt.

Die Upgrades auf die jeweils aktuelle Version erfolgen allerdings nicht mehr zu einem vorab definierten Zeitpunkt. Und diese Upgrades lassen sich auch nicht verhindern. Selbst wenn sie einige Monate verzögert werden, so erfolgt irgendwann trotzdem automatisch unaufhaltbar die Installation. Und die kann schon einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das bedeutet, dass bei Einschalten des Gerätes der Upgrade-Prozess zu laufen beginnt und nicht unterbrochen werden darf, auch wenn zu diesem Zeitpunkt bereits dringend mit dem PC gearbeitet werden muss.

Das ist mehr als ärgerlich und sorgt verständlicherweise für jede Menge Unmut beim Anwender, wobei jeder mit dem aktuellen Betriebssystem nun (regelmäßig) davon betroffen ist. Aber das scheint MICROSOFT leider nicht im mindesten zu interessieren.

 
       
       
       
   
06.11.2015 Registrierkasse – ALPHADOC-Kunden haben’s gut
 
    Herausforderungen bieten ja immer auch die Möglichkeit zu zeigen, wo genau man steht. Nun tun wir uns mit ALPHADOC vielleicht ein wenig leichter, weil wir schon vor längerer Zeit die Entscheidung getroffen haben, die in der Basisversion von ALPHADOC enthaltene Verwaltung der Honorare der Kassenrichtlinie 2012 anzupassen und außerdem von Anfang an ständig eine Steuerexpertin eingebunden haben. Damit steht Anwendern von ALPHADOC eine Registrierkasse zur Verfügung, die den Anforderungen der Bundesabgabenordnung (BAO) entspricht.

Die mit dem Steuerreformgesetz beschlossenen Verschärfungen der BAO zusammen mit der Belegerteilungspflicht und der Registrierkassenpflicht für Ärzte mit einem Barumsatz über 7.500,00€ haben das Thema ins Bewusstsein aller gebracht und sie fragen sich nun natürlich, was sie tun müssen, um ab 1.1.2016 steuerlich korrekt ihre Honorare zu verwalten, ihre Bareinnahmen zu dokumentieren und ihren Patienten einen rechtskonformen Beleg zu erteilen.

ALPHADOC-Anwender können sich entspannen: Das einzige, was sie tun müssen, ist das Update, das sie im Rahmen ihres gültigen Software-Update-Service erhalten, vor dem 1.1.2016 einzuspielen. In diesem Update sind alle notwenigen Funktionen enthalten, die ab 1.1.2016 gefordert sind – und das ohne Zusatzkosten!

Kunden, die jetzt ALPHADOC neu kaufen, erhalten selbstverständlich die aktuelle Version inklusive Registrierkassenfunktion. Ohne Aufpreis.

Die umfassenden Anforderungen der ab 1.1. 2017 geltenden Registrierkassensicherheitsverordnung werden natürlich ebenfalls umgesetzt. Die hochkomplexen zusätzlichen Funktionalitäten werden wir für alle, die sie brauchen (Barumsatz über 7.500,00€/Jahr), zu einem fairen Preis anbieten.

Wessen Barumsatz unter 7.500,00€ Umsatz liegt, der kann weiterhin die Belegerteilungspflicht mit der Basisversion erfüllen.

Und die Einsatzmöglichkeit eines optionalen zusätzlichen Bondruckers ist natürlich auch vorgesehen.

Ich denke, es geht wieder einmal darum, mit so geringem Aufwand und so geringen Kosten wie möglich dem Anwender einfach das zur Verfügung zu stellen, was wirklich gebraucht wird – und das technisch optimal umgesetzt.
 
       
       
       
   
15.09.2015 Da ist einiges in Bewegung
 
   

Da führt der Hauptverband ruck zuck ein elektronisches Bewilligungs- und Antragsservice ein. Es wird die elektronische Übermittlung von Überweisungen, Zuweisungen und Verordnungen inklusive anfallender Bewilligungen ermöglichen. Noch wird der Einsatz freiwillig sein.

Die Information der Arztsoftwarehersteller darüber erfolgte erst vor kurzem, die Bereitstellung der Entwicklungsumgebung ist für 22. September 2015 angekündigt. Die Verhandlungen mit der Ärztekammer und den Kassen laufen noch. Trotzdem wird eBS laut Hauptverband über den GINA-Webbrowser ab 1.1.2016 anlaufen.

Gleichzeitig läuft ein Pilot für die Umstellung der Abrechnung von Freitext-Diagnosen auf Diagnosencode– allerdings laut letztem Stand mit einem kasseneigenen Diagnosen-Code.

Da ist dann wohl die Gegenprüfung von erbrachten Leistungen mit angeführter Diagnose durch die Kasse auf (Nicht-)Zulässigkeit/Verrechenbarkeit als Selbstverständlichkeit zu erwarten. Das ist in dieser Form EDV-technisch zur Zeit bei Freitext-Diagnosen ja so nicht möglich. Wenn man weiß, dass in den heute übermittelten Abrechnungsdateien schon die Felder für den Diagnosencode schon seit längerer Zeit vorhanden sind, dann ist der Schritt gar nicht mehr so groß.

Man muss an dieser Stelle (wieder einmal) festhalten, dass entgegen den Behauptungen mancher Funktionäre diese Neuerungen – so wie ELGA und eMedikation auch – nicht in den Köpfen der Arztsoftwarehersteller geboren wurden. Das lassen sich die verantwortlichen Stellen schon selber einfallen. Die Firmen können es dann umsetzen, weil dies auch bei oft gegenteiliger Position der Kammer von ihren Anwendern meistens gefordert wird.

 
       
       
       
   
19.08.2015 Verordnung für Registrierkassen
 
   

Ab dem 1.1.2017 wird jeder Rechnungsleger, also auch jeder Arzt, dessen Barumsatz eine vom Gesetzesgeber genau festgelegte Höhe überschreitet, seine Rechnungen mit bestimmten zusätzlichen Informationen versehen müssen. Grundlage wird laut dem zur Endbegutachtung vorliegenden Entwurf offensichtlich ein Kartenlesegerät mit einer für jeden Rechnungsleger individuell erstellten Karte sein. Mit der individuellen Information der Karte müssen dann die wichtigsten Informationen des Honorars verschlüsselt und als QR-Code auf das Honorar gedruckt werden. In diesem QR-Code muss dann wie es aussieht verschlüsselt auch der aktuell jeweilige bisherige Monatsgesamtumsatz enthalten sein.

Die technische Umsetzung dieser Anforderung wird sich natürlich lösen lassen. Was in diesem Zusammenhang aber wirklich interessant wird, ist die Frage, was bei einem Datenverlust in Folge zum Beispiel eines Festplattenfehlers geschieht, wenn auf der Sicherung auch nur eine einzige seit der letzten Sicherung erstellte Rechnung fehlt. Dann kann nämlich der Monats-Umsatz-Summenzähler nach dem Zurückspielen der Daten von dieser Sicherung nie mehr stimmen. Und händisch korrigierbar darf der Zähler ja auf keinen Fall sein, sonst wäre das System ja manipulierbar.

Wir wollen nur hoffen, dass das Finanzamt, das von der Wirtschaftskammer unter anderem auch auf diese Problematik beim neuen Entwurf zur technischen Umsetzung hingewiesen wurde, diesen Umstand im Anlassfall dann auch berücksichtigt und seine Finanzprüfer dementsprechend instruieren wird. Aber vielleicht erleben wir ja auch ein Wunder und die Verordnung berücksichtigt diesen Umstand – man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

 
       
       
       
   
16.02.2015 Empfehlungen müssen nicht immer helfen
 
   

Da informiert die Ärztekammer ihrer Aufgabe als Standesvertretung entsprechend ihre Mitglieder mittels Rundschreiben vom 9.2.2015 über die Alternativen zur Übertragung der Abrechnungsdateien an die Kassen mittels ELDA. Der Anlass ist eine Umstellung bei ELDA, die zur Folge hat, dass ab April 2015 eine Übertragung nur mehr möglich sein wird, wenn sich der Anwender zuvor mittels Bürgerkarte identifiziert ein Passwort beschafft hat.

Da nur wenige Ärzte über eine Bürgerkarte verfügen und ihre Beschaffung ein ziemlich zeitaufwendige Prodecere notwendig macht, werden in dem Rundschreiben Alternativen aufgezeigt.

Dies ist ja sehr löblich. Unerfreulich ist allerdings, dass die Möglichkeit der Übertragung über die Webseite der Sozialversicherung als „deutlich unattraktiver, weil aufwändiger“ bezeichnet wird. Wie die Ärztekammer zu diesem Schluss kommt, ist mir rätselhaft.

Die Übertragung gesichert direkt aus der Arztsoftware heraus über GINA und eSV-Portal stellt im Gegenteil eine ganz einfache und besonders komfortable Möglichkeit dar, die in der DVP, der „Organisationsbeschreibung Datenaustausch mit Vertragspartnern“ des HAUPTVERBANDES, vorgesehen ist. Und für diese Form der Übertragung wird kein Befundübertragungssystem (DAME/medical net/GNV) benötigt. Wir haben diesen Weg mit ALPHADOC über den Modul eKA umgesetzt, der sich seit längerem bestens bewährt hat und von einer großen Anzahl unserer Anwender eingesetzt wird.

Warum die unabhängige Ärztekammer in ihrem Schreiben mehr oder weniger deutlich eine Empfehlung für die Produkte von A1 (DAME) und COMPUGROUP (medical net) ausspricht, entzieht sich – freundlich ausgedrückt - meinem Verständnis. Da sollte eine Standesvertretung wohl vorsichtiger sein und besser recherchieren.

 
       
       
       
   
10.02.2015 Wie transportiere ich sicher sensible Personendaten?
 
   

Ob Unternehmen oder Anwender - jeder, der Anwenderdaten verarbeitet, ist laut Datenschutzgesetz zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf personenbezogene Daten verpflichtet. Alle die Gesundheit betreffenden Daten stellen laut Datenschutzgesetz noch dazu sensible Daten dar, die besonders geschützt werden müssen. Von dieser Verpflichtung ist somit auch jeder Arzt betroffen.

Werden Patientendaten auf externen Festplatten transportiert, so besteht naturgemäß ein erhöhtes Risiko, das die Daten in fremde Hände geraten. War die Verschlüsselung der Daten, die zum Beispiel zur Sicherung eingesetzt werden, noch vor nicht allzu langer Zeit von lauernden Kompatibilitätsproblemen bei unterschiedlichen Betriebssystemen begleitet, bieten neue externe Festplatten mittlerweile die Möglichkeit einer Hardwareverschlüssung. Die Daten werden dabei nicht von einer Software auf dem Computer ver- und entschlüsselt, sondern von der Festplatte selber. Damit ist man endlich unabhängig vom Betriebssystem des Rechners, an den die Festplatte angeschlossen wird.

Das einzige, was dabei zu tun bleibt, ist das Einprägen des vergebenen Passworts. Die Verschlüsselung der Daten ist in der Regel so stark, dass der gesetzlichen Verpfichtung damit Genüge getan wird.

 
       
       
       
   
15.09.2014 Wie sicher sind meine Gesundheitsdaten?
 
    Angemeldet zur Ausbildung zum zertifizierten Datenschutzbeauftragten, der ja – wenn es nach der EU geht – bald auch in Österreich deutlich an Bedeutung gewinnen wird, versorge ich mich also mit jeder Menge an Literatur zu diesem Thema, angefangen von rechtlichen Grundlagen bis hin zu Anleitungen zum Hacking (natürlich nur, um zu wissen, wie man sich noch besser dagegen wehren kann).

Das erste Ergebnis der Lektüre ist schon erschreckend. Denn einerseits offenbart sich, wie viele Möglichkeiten sich kriminellen und kranken Gehirnen bieten, an unsere Daten heranzukommen; andererseits zeigen sich von Anfang an zum Teil deutliche Unterschiede in der Bewertung der Gefährdung und in den vorgeschlagenen Methoden zum Schutz. Eines jedoch ist fast allen gemein: einen vollkommenen Schutz gibt es nicht, das haben uns die Diskussionen im Zuge der Entdeckung der amerikanischen Datensammlerei deutlich vor Augen geführt.

Als erste Konsequenz beginne ich also sofort, meine privaten Passwörter nach empfohlenen Kriterien neu zu vergeben, geht es doch offensichtlich darum, das Risiko so gut wie möglich zu minimieren. Denn verzichten will und kann ich nicht mehr auf die elektronische Abwicklung so vieler Bereiche unseres Lebens. Ein Alltag ohne Handy, Electronic-Banking, Email, Internet und Bankomatkarte ist ja nun wohl wirklich kaum vorstellbar.

Eine Befragung meiner Umgebung ergibt in Folge eine erschreckende Erkenntnis: Kaum jemand macht sich die Mühe, Unberechtigten den Zugriff auf seine Daten auch nur halbwegs zu erschweren. Selbst bei der Installation des absoluten Minimums von Virenschutz und Firewall verfahren immer noch erschreckend viele Menschen grob fahrlässig.

Aber wie schaut es denn zur Zeit mit der Sicherheit meiner Gesundheitsdaten aus? Zunächst einmal ist ganz klar, dass ich gar nicht die Möglichkeit habe, auf die Sicherheit Einfluss zu nehmen. Denn ich kann für den Zugriff auf meine Gesundheitsdaten kein sicheres Passwort vergeben, kann keine Firewall einrichten oder den Datenträger verschlüsseln. Und ab dem Zeitpunkt, ab dem ich Kontakt mit dem Gesundheitssystem habe, werden meine Daten erfasst, ob ich das nun will oder nicht. Da ist kein Opt-Out möglich.

Und nein, ich rede hier nicht von ELGA.

Ich rede zum Beispiel von den Informationen, die bei jedem Spitalsbesuch erfasst werden und ab diesem Zeitpunkt (wie lange eigentlich?) auf den Servern des Spitals liegen. Wie sind die gesichert? Wer hat Zugriff? Wer würde erfahren, wenn sich jemand von außen Zugriff auf diese Informationen verschafft hat? Gibt es gesetzliche Vorgaben für den Schutz dieser sensiblen Daten? Werden sie irgendwann wieder gelöscht?

Womit wir schon beim nächsten sensiblen Thema wären. Bei jedem Arztbesuch müssen die Daten vom behandelnden Arzt für die Abrechnung mit den Kassen elektronisch erfasst werden. Sie beinhalten Informationen über den Patienten, die erbrachte Leistung und die Diagnose. Diese Daten erhält die jeweilige Kasse des Patienten. Und wo liegen diese Daten bei der Kasse jetzt? Wer hat Zugriff? Wie sind sie gesichert? Wie lange werden sie aufbewahrt?

Womit wir beim letzten Thema dieser kurzen Überlegungen wären, nämlich der Erfassung meiner Labordaten im Labor. Die Ergebnisse liegen natürlich in elektronischer Form irgendwo auf dem jeweiligen Server des Labors. Ist der überhaupt gesichert? Werden diese Daten irgendwann gelöscht und wer hat Zugriff?

Wenn ich mir überlege, wie wenig Kenntnisse wir über die derzeitige Sicherheit unserer bereits erfassten Gesundheitsdaten haben, dann stellt sich mir das Thema ELGA in einem anderen Lichte dar: Würde sich hier nicht die Möglichkeit bieten, deutlich besseren Schutz unserer sensiblen Gesundheitsdaten zu ermöglichen, als dies heute der Fall ist? Mit mehr Transparenz? Wenn ELGA nämlich nicht ein Datenspeicher ist, sondern ein hochkomplexes System lediglich zur Sicherung des geordneten Zugriffs auf (ohnehin erfasste) Daten, dann müsste man einige Fragen wohl anders stellen? Allerdings würde das nur Sinn machen, wenn endlich alle Bereiche des Gesundheitssystems auf die Sicherheit erfasster Gesundheitsdaten überprüft würden – es wäre längst an der Zeit.
 
       
       
       
   
17.06.2014 Spezialitäten als Barcode
 
    Seit längerer Zeit ist es nun ja schon möglich, die Sozialversicherungsnummer des Patienten zusätzlich als Barcode auf das Rezept zu drucken. Eine kurze Einstellung im Setup und der Apotheker erspart sich Arbeit, so ferne seine Software so programmiert ist, dass sie den Code auch lesen kann.

Nun ist es auch möglich, die Pharmazentralnummer der Spezialität zusätzlich als Barcode anzudrucken – auch hier muss bei ALPHADOC lediglich einmalig ein Kontrollkästchen angewählt werden.

Wie Rückfragen ergeben haben, nutzen nicht alle Kollegen diese Möglichkeit. Als Begründung wird der erhöhte Tonerverbrauch angeführt.

Und wieder einmal lernt man als Softwarehersteller, dass Funktionen, die von einem Anwender erfreut angenommen werden, von einem anderen als unerwünscht abgelehnt werden. Hat man über eine Einstellung im Setup die Möglichkeit der Wahl, dann kann man in beiden Fällen zufrieden sein.
 
       
       
       
   
14.03.2014 Für oder gegen ELGA - worum geht es eigentlich bei dieser Diskussion?
 
    Geht es um die Angst vor einer schier überbordenden Flut an Informationen, die da auf den Arzt zukommt und ihn von der Behandlung eher abhalten wird als ihn dabei unterstützen? Denn diese legitime Frage ist auch für jeden Patienten von Bedeutung, impliziert sie doch die versteckte Aufforderung, nur ja nicht seinen Aktenordner mit den im Laufe der Jahre gesammelten Befunden in die Ordination mitzubringen, da dies der Heilung eher hinderlich als förderlich wäre. Diese Position ist durchaus nachvollziehbar bei einer nicht unbegrenzt zur Verfügung stehenden Zeit für die Durchsicht und noch dazu nicht nach Zeit entlohnter Leistung. Ganz zu schweigen für den Zeitaufwand des Einscannens der Unterlagen, um später den Nachweis führen zu können, was man gelesen haben kann und was nicht. Und ich möchte als Patient auch nicht jedes Mal dasitzen müssen und ewig warten, bis alle Unterlagen eingesehen wurden.

Oder geht es um die Angst vor dem Missbrauch der Daten über Patienten, geht es um die Angst vor der Weitergabe und Veröffentlichung von Datenmassen oder der gezielten Einsicht in Vertrauliches zum Schaden des Einzelnen? Auch dies ist eine legitime Frage.

Und vielleicht geht es ja auch um beides.

Auf der anderen Seite taucht natürlich auch die Frage auf, ob die Datenmasse nicht ohnehin schon existiert, der Mensch nicht schon längst gläsern ist und die Entwicklung von Systemen, die eine geordnete(re) Einsicht und Analyse ermöglichen, nicht auch Zeit sparen und für die bestmögliche Behandlung unter Umständen wichtige Informationen strukturieren könnte – natürlich nur, soferne die Systeme funktionieren und sinnvoll gestaltet sind.

Und mit dem Zweifel an der Sicherheit der jetzt schon bei den Krankenkassen, in den Spitälern und sonstigen Institutionen liegenden Datenmeere müsste doch sofort eine heftige Diskussion über dieses Thema aufkommen, was bisher seltsamerweise noch nicht der Fall ist.

Solange diese Fragen nicht geklärt sind, werde ich ehrlich gesagt die Entwicklung beobachten und mit einem Opt-Out warten. Erstens, weil dafür immer noch Zeit genug ist und zweitens, weil ohnehin nur ab dem Stichtag der endgültigen Einführung der ELGA erfasste Daten in der ELGA sichtbar sein werden und keine bisher erhobenen.

Möglicherweise wird dieses Ungetüm an Technologie ja doch funktionieren und den Arzt mit Hilfe der sinnvoll umgesetzten Aufarbeitung in seiner Ordinationssoftware bei seiner Tätigkeit unterstützen; oder auch nicht – das wird ganz von der Entwicklung abhängen.
 
       
       
       
   
05.02.2014 Wir geben die Hoffnung nicht auf
 
    Alle Jahre wieder bringt MICROSOFT ein neues Betriebssystem auf den Markt. Nach dem Fehlgriff VISTA, der mittlerweile von MICROSOFT selbst eingestanden wurde, wurde mit XP ein erfolgreicher Nachfolger geschaffen, dessen Support demnächst ausläuft.

Die nächste Version WINDOWS 7 wurde vom Markt gut angenommen und ist dementsprechend weit verbreitet. Dann brachte MICROSOFT die Version 8 auf den Markt mit dem Ziel, ein Betriebssystem bereitzustellen, dass sowohl auf Desktop-PCs als auch auf mobilen Geräten einsetzbar sein sollte. Nur war (und ist) diese Version auf einem PC nur mit deutlich mehr Aufwand mit der Maus zu bedienen. Die Reaktion der Anwender war dann auch entsprechend. Die relativ schnell nachgelieferte Version 8.1 brachte da nicht viel Besserung.

Nun wird angeblich demnächst ein Update für Version 8.1 veröffentlicht, das da eine Verbesserung bringen soll. Erste vor Kurzem über diese Version aufgetauchte Berichte beklagen allerdings jetzt schon, dass die Modifikationen noch nicht den gewünschten Umfang haben werden. Gleichzeitig wird schon von einer Version 9 gesprochen, deren Erscheinen aber noch dauern wird, die aber wieder „mausfreundlicher“ sein soll.

Bleibt zu hoffen, dass MICROSOFT endlich einsieht, dass bei der Entwicklung von Betriebssystemen, zu deren Einsatz man ja spätestens bei Kauf eines neuen Gerätes gezwungen ist, auf die einfache Bedienbarkeit durch Millionen Anwender Rücksicht genommen werden muss, die nur in halbwegs gewohnter Art weiterarbeiten wollen.
 
       
       
       
   
16.12.2013 Die neue Regierung ist im Amt
 
    Hinter den Kulissen laufen ohnehin bereits die Maschinen für die Einführung von ELGA auf Hochtouren. Und ob man nun die Gesundheitsakte - falls sie ihren Namen so noch verdient - und die eMedikation als ihren ersten Teil in ihrer jetzigen Form für gut hält oder nicht, die Ärzteschaft wird auf Grund der politischen Entscheidungen damit arbeiten (müssen). Und die Arztsoftware-Hersteller entwickeln bereits bessere oder schlechtere Lösungen und werden dafür natürlich Geld verlangen, das – wenn man richtig hört – allerdings ganz oder zu einem großen Teil vom Staat aufgebracht werden wird.

Gab es von verschiedenen Seiten noch Hoffnung, mit einem neuen Gesundheitsminister würde sich das Projekt zerschlagen, so kann man diese nun getrost fahren lassen: Minister Stöger wird seine Meinung sicher nicht mehr ändern, dazu ist auch schon zu viel Geld in das Projekt geflossen.
 
       
       
       
   
08.10.2013 Wie genau ist das jetzt gedacht?
 
    Die einzige ecard-Konsultation, bei der ein nicht tagesaktuelles Datum eingegeben werden kann, ist der Hausbesuch. Also ist davon auszugehen, dass der Hauptverband damit einverstanden ist, dass ein Arzt zuerst den Hausbesuch absolviert und dann – zurückgekehrt in die Ordination - die Karte steckt. Und so wird das ja auch praktiziert. So weit, so gut.

Nun können wir davon ausgehen, dass bei den meisten Hausbesuchen Rezepte ausgestellt werden. Hierfür ist es allerdings notwendig zu wissen, ob der Patient zum Zeitpunkt der Ausstellung rezeptgebührenbefreit ist oder nicht, da er in dem einen Fall keine Rezeptgebühr bezahlen muss, im anderen Fall aber schon. Und der Arzt muss dies auf dem Rezept ersichtlich machen, indem er seinen Stempel entweder einmal oder zwei Mal anbringt.

Den aktuellen Status der Rezeptgebührenbefreiung kann er aber nur eruieren, wenn er eine ecard-Konsultation durchführt.

Also entweder müsste der Arzt vor jedem Hausbesuch bereits eine Konsultation quasi pro futuro durchführen, um zu wissen, ob der Patient, zu dem er gehen wird, rezeptgebührenbefreit ist, was wohl nicht praktikabel ist, weil er oft ja erst unterwegs erfährt, zu welchem Patienten er als nächstes muss. Oder er stellt das Rezept erst aus, wenn er wieder in der Ordination ist, wo es dann zwar vorliegt, der Patient aber nichts davon hat.

Beide Varianten sind so wohl nicht praktikabel.

Übrigens ist diese Problematik erst aufgekommen, weil die Krankenkassen neuerdings beginnen, bei der Ärzteschaft diejenigen Rezeptgebühren zurückzufordern, die aus ihrer Sicht ungerechtfertigt nicht eingehoben wurden.

Vielleicht sollte sich der Hauptverband einmal überlegen, welche Abläufe er hier nun genau vorsieht; und die sollten dann aber auch praktikabel sein.
 
       
       
       
   
04.09.2013 Überwachung und Datenschutz
 
    Im Grunde betrifft dieses Thema jeden von uns, ob er es nun wahrhaben will oder nicht. Und welche Position haben die politischen Parteien in Österreich dazu?

http://futurezone.at/netzpolitik/fuenf-fragen-zu-ueberwachung-und-datenschutz/24.674.717

Die Absichtserklärungen sind ja schön und gut, stellt sich allerdings wieder einmal die Frage, wie es mit der Umsetzung aussehen wird.
 
       
       
       
   
22.08.2013 Mitarbeiter als Sicherheitsrisiko
 
    Laut einer aktuellen Studie von Kaspersky Lab sind Mitarbeiter eines der größten Sicherheitsrisikos für Unternehmen. Die Auswertung in Deutschland ergab, dass laut Auskunft der Unternehmen Datendiebstahl zu 32 Prozent auf Verlust oder Diebstahl von mobilen Geräten, zu 30 Prozent auf Softwarefehler, zu 29 Prozent auf nicht beabsichtigtes Fehlverhalten von Mitarbeitern und zu 27 Prozent auf Vorsatz von Mitarbeitern zurückgeführt werden.

Wir können wohl davon ausgehen, dass die Werte in Österreich ähnlich sind.
 
       
       
       
   
20.07.2013 Anhaltende Umsatzeinbrüche der klassischen Computerbranche
 
    Der chinesische Anbieter LENOVO hat – auch durch den gewaltigen Heimatmarkt in China – die bisherigen Marktführer HP und DELL vom Thron gestoßen. Dies in einer Zeit, in der die klassische Computerbranche über sinkende Verkaufszahlen und Umsatzeinbrüche klagt.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich das auf die Preise und auf den Support der Anbieter auswirken wird.
 
       
       
       
   
03.06.2013 Ohne Internet geht mittlerweile (fast) nichts mehr
 
   
Wer bereits einmal versucht hat, die aktuelle Version von MS OFFICE 2013 oder auch nur die aktuelle Textverarbeitung MS WORD 2013 zu installieren, dem wird eines sofort klar: ohne Internet-Zugriff ist das eigentlich unmöglich. Geliefert wird nämlich nur mehr der einzugebende Produktcode und der Link, mit dem man sich das Programm aus dem Internet herunterladen kann, also keine CD oder DVD mehr, auf der früher das Programm geliefert wurde. Und die Vorgängerversionen, die man noch per Telefon freischalten konnte, gibt es defacto nicht mehr.

Aber auch alle Programmaktualisierungen und Sicherheitsupdates des Betriebssystems setzen das Internet voraus.

Konnte man früher guten Gewissens die Position vertreten, dass die sicherste Lösung der Internetzugriff lediglich auf dem privaten PC sei und in der Ordination am besten keine Zugriffsmöglichkeit, so ist das heute (leider) nicht mehr zu vertreten.

Im Gegenteil: Wird wegen eines Fehlers der Hardware eine Neuinstallation zum Beispiel der aktuellen Textverarbeitung ohne festen Internetanschluss notwendig, weil die CD oder die DVD mit der alten Version nicht mehr auffindbar ist, so erhöhen sich die Kosten dafür durch den mühsamen und zeitaufwendigen, weil langsamen Download über USB-Stick - soferne einer vorhanden ist.
 
       
       
       
   
21.05.2013 MICROSOFT reagiert offensichtlich doch
 
   
Nach dem letzten Stand der Informationen wird MICROSOFT im Juni eine Preview-Version von WINDOWS 8 mit der Versionsbezeichnung 8.1 zur Verfügung stellen. Damit soll auf diejenigen Anwender eingegangen werden, die mit der aktuellen Version nicht zufrieden sind.

Es dürfte sich allerdings wohl auch der Druck der PC-Hersteller auswirken, die ihre Geräte wie gewohnt immer mit der letzten Version des MICROSOFT-Betriebssystems ausstatten und nolens volens von der Zufriedenheit der Anwender mit dem Betriebssystem betroffen sind. Lassen wir uns also überraschen, was MICROSOFT da so alles verbessern wird.
 
       
       
       
   
11.04.2013 Patchday
 
   
Was viele Anwender von Computern mit einem Betriebssystem von MICROSOFT immer noch nicht wissen: Am zweiten Dienstag jeden Monats ist der so genannte Patchday. MICROSOFT hat schon im Oktober 2003 eingeführt, dass Softwareaktualisierungen, Fehlerbereinigungen und Anpassungen der Betriebssystemsoftware nicht laufend erfolgen, sondern fast ausschließlich am zweiten Dienstag des Monats.

Was das bedeutet? Weltweit „merkt“ jeder Rechner mit einem Betriebssystem von MICROSOFT, das noch aktualisiert wird, dass Downloads verfügbar sind. Der Rechner lädt sie dann automatisch von der Homepage von MICROSOFT herunter und installiert sie. Voraussetzung ist natürlich ein Zugang zum Internet und dass (zur Gewährleistung des sicheren Betriebes) der automatsche Download nicht ausgeschaltet ist. Dasselbe gilt auch für Anwendungen von MICROSOFT wie zum Beispiel MS OFFICE mit WORD und EXCEL.

Das beeinträchtigt natürlich die Leistungsfähigkeit, ist aber für den sicheren Betrieb notwendig, liefert MICROSOFT doch mit den Patches regelmäßig Behebungen von Schwachstellen, die von Schadsoftware und Angreifern genutzt werden könnten.

Da das Betriebssystem das Herunterladen im Hintergrund durchführt, merken viele Anwender erst, dass ein Update vorhanden ist, wenn der Rechner meldet, dass er neu gestartet werden muss. Startet man ihn nicht neu, dann wartet er auf einen Neustart. Ist ein Server vorhanden, der nicht regelmäßig betreut wird, dann fällt das oft monatelang nicht auf.

Übrigens haben sich auch andere Softwarehersteller wie zum Beispiel ADOBE der Usance des Patchdays angeschlossen.
 
       
       
       
   
28.03.2013 Achtung Finanzpolizei
 
   
Wer in Österreich Rechnungen mit dem Computer erstellt, der sollte sich bewusst sein, dass die Finanzpolizei des Finanzministeriums nicht nur vor kurzem deutlich aufgestockt wurde, sondern zur Zeit eingehenden Spezialschulungen in der Analyse von Software unterzogen wird. Sie wird ihre Arbeit danach in den kommenden Monaten beginnen und unter anderem nach Verstößen gegen die ordentliche Rechnungserstellung suchen.

Sie hat Zutrittsbefugnis zu den Räumlichkeiten des Rechnungserstellers, also von Firmen im Allgemeinen, aber auch von Ordinationen und das Recht auf Einsicht in die Software, mit der die Rechnungen erstellt und verwaltet werden. Und da hilft kein Verweis auf Datenschutz.

Stellt die Finanzpolizei fest, dass die Vorschriften der Kassenrichtlinie 2012, die ab 1.1.2013 in Kraft getreten ist, nicht eingehalten werden und sich daraus der begründete Verdacht ergibt, dass etwas steuerlich nicht ganz der Erfordernissen entsprechen könnte, um es freundlich zu formulieren, so verständigt die Finanzpolizei die Steuerprüfung.

Und man hört auch schon von ersten Fällen unter der Ärzteschaft, da zur Zeit aber offensichtlich vor allem bei Zahnärzten. Allerdings kann man sich an den Fingern einer Hand ausrechnen, wie lange es noch dauern wird, bis die Finanz sich auch der anderen Fachgruppen annehmen wird.

Zur Kassenrichtlinie 2012 gehört explizit das so genannte „elektronische Radierverbot“. Das bedeutet, dass erstellte Rechnungen so verwaltet sein müssen, dass sie nicht mehr löschbar sind, sondern höchstens storniert werden können und dass jede nachträgliche Änderung entweder vollkommen unterbunden ist oder für die Finanzpolizei bei Prüfung genau nachvollziehbar mitprotokolliert werden muss.

Da die Verantwortung für eine ordnungsgemäße Verwaltung von Honoraren beim Ersteller der Software liegt, werden grob gesagt alle Anbieter von Software, die etwas mit Rechnungen zu tun hat, diese – falls notwendig - so modifizieren müssen, dass der Kassenrichtlinie 2012 entsprochen wird, will man nicht das Gesetzt verletzen und zusätzlich das Risiko eingehen, auf einer „Blacklist“ des Finanzministeriums zu landen, wovon dann letzten Endes alle Anwender der Software betroffen sind.

Also müssen wir unsere Softwarelösungen prüfen und gegebenenfalls Modifikationen vornehmen, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen und nicht durch Regelwidrigkeiten den Verdacht auf die Möglichkeit von Steuerhinterziehungen zu wecken.

Wie ich in dem von der Wirtschaftskammer erst vor kurzem geschaffenen Arbeitskreis für Hersteller von Kassensoftware, zu der auch die Arztsoftwarehersteller gehören, erfahren musste, sind leider noch nicht alle Steuerberater mit der Kassenrichtlinie 2012 vertraut und mit dem Umstand, dass in Folge auch der Arzt davon betroffen ist.

Da wird noch weitere Aufklärungsarbeit notwendig sein.
 
       
       
       
   
27.02.2013 Nur keine übertriebene Aufregung
 
   
Der Homepage der Wiener Ärztekammer sind die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema
ELGA zu entnehmen: http://www.aekwien.at/media/FAQ_ELGA.pdf

Wirkt doch eigentlich irgendwie endspannend, oder? Nicht, dass da etwa nicht genügend Arbeit auf uns zukommt. Und jeder zweite unserer Anwender möchte wissen, ob wir auch sicher ELGA integrieren werden. Da können wir nur alle beruhigen: In der geplanten aktuell beschlossenen abgespeckten Version wird das Projekt ELGA die Allgemeinheit zwar eine Menge Geld kosten, der Aufwand für die Umsetzung wird allerdings keinen der renommierten Anbieter vor größere technologische Herausforderungen stellen. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht zu viele Gräben aufgerissen werden ....
 
       
       
   
 
   
17.01.2013 Der Riese wankt
 
   
Nun erzählen uns die Analysten, dass die Kurse von APPLE im Fallen, ja mehr noch, dass die Glanzzeiten vorüber sind. APPLE, der stylische Marktführer, der nie bereit war Kompromisse einzugehen, dem es immer gelang, Schwächen als Stärken zu verkaufen. Schon einmal stand APPLE vor dem Aus - bis die Erfindung von ipod, iphone & Co zu unerahnten Höhenflügen führten. Doch mit Innovationen ist es in letzter Zeit nicht mehr so weit her und vor allem die Jugend scheint sich vom Herzeigeprodukt abzuwenden. Teile der Produktion werden laut Medienberichten jedenfalls schon zurückgefahren, jetzt beginnt offensichtlich der Sparstift die Regentschaft zu übernehmen. Und die Qualität ist scheinbar auch nicht mehr so einzigartig. So schnell kann es gehen mit Marktführern.
 
       
       
   
 
   
29.11.2012 CONSUMERIZATION
 
   
Laut der Presse am Sonntag vom 25.11.2012 ist dies einer der Schlüsselbegriffe des IT-Mekkas im Silicon-Valley mit der Bedeutung: Der Kunde ist König. Ein Produkt muss leicht verständlich sein.

WIKIPEDIA meint dazu „verbraucherischer werdend, sinngemäß etwa Annäherung an Verbraucher“, im Brockhaus findet sich noch kein diesbezüglicher Eintrag.

Ich persönlich halte diesen Begriff, unabhängig davon, ob man sich sprachlich mit ihm anfreunden kann, für einen die technischen (Weiter-)Entwicklungen der nächsten Jahre bis Jahrzehnte prägenden Wert: Abkehr von immer komplexeren und komplizierteren Systemen und Produkten hin zu (weniger Zeit beanspruchenden und leichter zu verstehenden) Lösungen. Einfache Hilfsmittel also, die wir auch bedienen können und die uns das Leben erleichtern und uns unterstützen, statt dass wir uns mehr mit dem Produkt beschäftigen (müssen) als mit dem, was wir eigentlich tun wollen.
 
   
 
   
 
   
 
   
28.11.2012 Wie geht es jetzt weiter?
 
   
ELGA ist also beschlossene Sache. Das heißt im Klartext, dass nun sowohl Emedikation als auch Gesundheitsakte auf uns zukommen – die elektronische Buchführung von Verschreibungen ab 2015, der Rest später.

Das bedeutet, dass die SVC als für die Ecard & Co zuständige Einrichtung zunächst erst genau die nach dem Pilotprojekt laut Angaben des Hauptverbandes vollkommen neu zu erstellenden Rahmenbedingungen und Spezifikationen für die endgültige Emedikation definieren und liefern und parallel dazu so wie bei der Entwicklung der Ecard auch ein Testsystem für die Arztsoftwarehersteller ASWH auf die Beine stellen muss.

Die ASWH entwickeln dann ihre Lösungen, die sie an diesem Testsystem prüfen und nach erfolgreicher Prüfung auf den Markt bringen. Die Ärzteschaft wird – so wie es ausschaut – bei die Anschaffung finanziell unterstützt werden (von 12 bis 15 Millionen Euro für den gesamten Bereich ist die Rede), wie es ja bereits schon für die Anschaffung der elektronischen Arbeits(un)fähigkeitsmeldung der Fall war.

Soweit die mir bekannten Fakten. Dass sich daran – auch bei heftigsten Protesten – noch viel ändern wird, kann ich mir ehrlich gesagt nicht ganz vorstellen.

Stellt sich nur noch die Frage, wie es diesbezüglich mit Wahlärzten weitergeht: Kostenlose GINA und damit ebenfalls Anbindung an das System oder eher mit Kosten verbunden oder doch keine flächendeckende An- und Einbindung? Denn diese Frage ist für Wahlärzte insofern von Relevanz, als nur die führenden Anbieter von Softwarelösungen für die Ordination die notwendigen Funktionalitäten bereits in ihre Produkte integriert haben und es Anbietern ohne Erfahrung auf diesem Gebiet kaum möglich sein wird, Ihre Produkte diesbezüglich funktionstüchtig zu erweitern.
 
   
 
   
 
   
 
   
26.11.2012 Gut Ding braucht Weile?
 
   
Qualität hat immer einen Preis: sie benötigt Zeit. Wie weit sich das in Kosten niederschlägt, hängt wohl zusätzlich auch davon ab, welchen Wert man Zeit an sich zumisst. Nachdem Zeit in Wirklichkeit ja weder erzeugt noch vernichtet werden kann, höchstens verschwendet, bleibt nur, sie so gut wie möglich zu nutzen - und vielleicht (recht)zeitig anzufangen. Ob sich das immer auch in finanziellem Reichtum niederschlägt, das bleibt allerdings zu hinterfragen. Aber wahrscheinlich nicht einmal das.
 
   
 
   
 
   
 
   
19.11.2012 Wer wird Marktführer bleiben?
 
   
Letzten Berichten zu Folge liefert sich der chinesische Computerhersteller LENOVO, der früher der IBM gehörte, zur Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der amerikanischen HP, die lange Jahre den Markt dominierte. Wettbewerb hat für Anwender ja den Vorteil, dass er sich meistens günstig auf den Preis auswirkt. Führen die Entwicklungen allerdings aus Sparmaßnahmen dazu, dass Mitarbeiter entlassen werden, so hat das erfahrungsgemäß binnen kürzer oder länger Auswirkungen auf den Support. Welchen Weg HP und LENOVO in nächster Zeit gehen werden, das wird sich weisen.
 
   
 
   
 
   
 
   
08.10.2012 Die lange Nacht der ecard
 
   
Für alle, die keine Zeit hatten, hinzugehen...

LINK zur Seite
 
   
 
   
 
   
 
   
27.09.2012 Too big to fail
 
   
Das jahrzehntelang gedroschene (Verkaufs-)Argument, dass nur die ganz großen Garant für Kontinuität und Marktbestand seien, wurde ja in den letzten Jahren und wird auch derzeit von Großbanken und Großunternehmen hinreichend konterkariert. Heute lässt die geringere Beweglichkeit und meist deutlich profitorientiertere Ausrichtung großer Unternehmen dieses Argument unter einem ganz anderen Licht erscheinen.

Da lobe ich mir nach wie vor die Unabhängigkeit, die Beständigkeit und die dynamische Flexibilität von Unternehmen mit überschaubarer Größe.
 
   
 
   
 
   
 
   
21.09.2012 Nun schaut es aber schon sehr nach ELGA aus
 
   
Liest man die Zeichen und spricht man mit Verantwortlichen hinter geschlossenen Türen, so sieht es nun doch ganz danach aus, als bekämen wir ELGA und damit als erstem Schritt die eMEDIKATION.

Die ASWH jedenfalls sind gerüstet, kommt doch offensichtlich ein noch arbeitsreicheres Jahr auf sie zu..
 
   
 
   
 
   
 
   
15.08.2012 Ende des Supports für das Betriebssytem WINDOWS XP April 2014
 
   
Wie der Homepage von MICROSOFT zu entnehmen ist, erfolgt der Support des WINDOWS-Betriebssystems XP bis 8.4.2014. Ab diesem Zeitpunkt ist es notwendig, ein aktuelleres Betriebssystem einzusetzen, um die Aktualisierungen und den Support von MICROSOFT in Anspruch nehmen zu können.

http://support.microsoft.com/ph/1173
(„Wichtiger Hinweis für alle Benutzer von WINDOWS XP Service Pack 3 „)

Es bleibt also noch genügend Zeit, um sich um die gegebenenfalls notwendigen Erneuerungen zu kümmern.
 
   
 
   
 
   
 
   
09.07.2012 Und woran genau erkenne ich ein modernes Programm?
 
   
Wenn eine beliebige Software unter WINDOWS 7 oder WINDOWS 8 läuft, so heißt das noch lange nicht, dass sie deswegen automatisch schon modern ist. Wem würde man nicht sofort seine technische Kompetenz absprechen, wenn er so etwas behaupten würde. Und auch der Einsatz einer speziellen Datenbank bedeutet weder, dass das Programm selber modern noch dass es gut programmiert ist. Jeder Fachmann weiß das.

Entscheidend ist neben einer stabilen Datenbank nämlich vor allem die verwendete Programmtechnologie, die Bedienerführung, das Layout und das fachspezifische Know How, das in dem Programm steckt.
 
   
 
   
 
   
 
   
28.03.2012 So kann es sicher nicht gehen
 
   
Ab 1. April 2012 soll es in NÖ laut NÖGKK im Zuge der Einführung von ALVA eine neue Regelung für Laborleistungen im Rahmen einer Laborgemeinschaft gelten. Mitgeteilt wurde dies den Arztsoftwareherstellern ohne Vorwarnung erst im März. Bei dieser kurzen Vorlaufzeit ist eine Umsetzung der dafür notwendigen aufwendigen Anpassungen nicht möglich, da sind sich die führenden Arztsoftwarehersteller einig. Deswegen erging auch ein entsprechendes Schreiben der Österreichischen Wirtschaftskammer WKO an die NÖGKK. Denn so kann es sicher nicht gehen.
 
   
 
   
 
   
 
   
13.03.2012 So viel im Augenblick zum neuen WINDOWS 8
 
   
Eines lässt sich jetzt schon sagen: das neue Betriebssystem WINDOWS 8 unterscheidet sich in der aktuellen Version Consumer Preview vor allem durch die neue Benutzeroberfläche. Ob der „Durchschnittsanwender“ damit glücklich wird, das wird sich erst herausstellen – ist die Oberfläche doch stark auf eine deutlich jüngere Generation ausgerichtet, die mit dem Multimediazeitalter groß geworden ist. Auch setzt WINDOWS 8 mehr oder weniger eine Internetanbindung voraus; und es versucht, den Anwender – angelehnt an das Erfolgskonzept von APPLE – zum Käufer von Zusatzprogrammen, sogenannten Apps, zu machen. Wie der breite Markt darauf reagieren wird, das werden erst die nächsten Monate zeigen.
 
   
 
   
 
   
 
   
08.01.2012 E-Medikation und ELGA nur aus Geldgier der IT-Branche?
 
   
Der Versuch in manchen Kommentaren, die Einführung von e-Medikation und ELGA nun der Geldgier der IT-Branche anzulasten, schießt wohl etwas am Ziel vorbei. Am Anfang, als die gute alte handgeschriebene Karteikarte, händisch ausgefüllte Formulare und zur Verrechnung die beschriebenen Krankenscheine üblich waren, da waren es einzelne Vorreiter unter den Ärzten, die die Möglichkeiten der Computertechnologie nutzen wollten, um zumindest ihre Patientendaten über die EDV verwalten zu können. Die Anschaffung war vollkommen freiwillig und im Vergleich zu heute um vieles kostspieliger, waren die benötigten Geräte damals doch noch viel teurer und die Kosten für die Entwicklung standen noch in keinem Verhältnis zu den durch die wenigen Anwender zu lukrierenden Einnahmen. Trotzdem begannen immer mehr Ärzte damit, in ihren Ordinationen Softwarelösungen einzusetzen, was durch diese höheren Verkaufszahlen und den entstehenden Wettbewerb zu sich laufend senkenden Preisen führte.

Zu diesem Zeitpunkt wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, der IT-Branche Vorwürfe zu machen, dass sie etwas anbietet, das sich verkaufen lässt. Der große Durchbruch erfolgte letztlich mit der Einführung der elektronischen Abrechnung durch die Kassen. Ab diesem Zeitpunkt war der Arzt verpflichtet, an die Kasse nicht mehr Krankenscheine, sondern eine Datei zu übermitteln. Die Einführung wurde hier von den Kassen betrieben, wohl um durch die Arbeitsvereinfachung Kosten zu sparen. In der Folge wurde natürlich von jedem guten Arztsoftwarehersteller gefordert, auch diese Möglichkeit anzubieten. Also wurde sie auch geschaffen und verkauft.

Der nächste große Schritt war die ecard mit allen ihren Funktionen. Auch hier wurde die Einführung entgegen anders lautenden Gerüchten nicht von den Arztsoftwareherstellern betrieben. Oder glaubt irgendjemand allen Ernstes, der Hauptverband hätte derartige Beträge, wie sie für die Einführung der e-card notwendig waren, in Bewegung gesetzt, nur damit die IT-Branche mehr verdient? Selbstverständlich wurde auch hier von jedem guten Arztsoftwarehersteller die Entwicklung und Bereitstellung einer Lösung erwartet.

Nun sind wir also bei e-Medikation und ELGA angelangt. Und wieder geht der Vorwurf ins Leere, auch dies sei eine Erfindung der IT-Branche. Uns allen ist doch hoffentlich klar, dass ganz andere Hebel und Interessen notwendig sind, um Projekte dieser Größenordnung in Bewegung zu setzen. Wird die e-Medikation und die ELGA wirklich eingeführt, dann wird man auch sie in eine gute Lösung einbinden müssen. Und natürlich für den Aufwand Geld verlangen. Wer das allerdings bezahlen wird, das ist eine andere Frage.
 
       
       
       
   
05.12.2011 So kann man sich täuschen
 
    Die Begründung von Seiten des Hauptverbandes für die Vergabe des bezahlten Pilotprojektes e-Medikation gerade an die zur deutschen COMPUGROUP gehörende INNOMED, zwei weitere Firmen der COMPUGROUP sowie einem weiteren Anbieter war die Anwenderzahl in den Pilotregionen.

Man ist also davon ausgegangen, dass die Anzahl der Anwender automatisch gleichzusetzen wäre mit vielen Teilnehmern am Pilotprojekt. Dass dem nicht so ist, das zeigen wohl deutlich die Zahlen. So kann man sich täuschen.
 
       
       
       
   
17.11.2011 Und wie gesichert sich Ihre Daten?
 
    Den Begriff Datensicherheit in der Ordination kann man hauptsächlich unter zwei Aspekten betrachten. Zum einen wäre da die Sicherheit der bestehenden Daten vor Verlust. Einmal abgesehen von der Verpflichtung zur Aufbewahrung der medizinischen Informationen stellen die Krankengeschichten einen nicht unerheblichen Wert an sich dar. Wer jemals Informationen in größerem Ausmaß nachtragen musste, der ist sich der benötigten Zeit und der damit verbundenen Kosten wohl unvergesslich bewusst. Aus diesem Grunde wird jeder verantwortungsbewusste Anwender regelmäßig seine Daten sichern. Und er wird dies sinnvoller Weise am besten täglich abwechselnd auf mindestens zwei externe Medien durchführen.

Womit wir auch schon beim zweiten Aspekt wären, nämlich der Sicherheit vor dem unerwünschten Zugriff durch Unbefugte. Externe Medien sind wegen der rapide gestiegenen Speicherdichte mittlerweile fast durchwegs leicht zu transportieren. Das erhöht neben den Vorteilen gleichzeitig das Risiko eines Diebstahls. Oft geht es dabei nur um Beschaffungskriminalität, der entwendete Datenträger wie zum Beispiel die externe Festplatte wird kurze Zeit nach der Entwendung irgendwo günstig verkauft und das natürlich mitsamt der Daten. Dagegen hilft am besten immer noch die Verwahrung an einem sicheren Ort.

Natürlich gibt es in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit der Kryptifizierung, wobei die Daten bis zur Unlesbarkeit verschlüsselt werden und nur nach Eingabe eines Passwortes wieder entschlüsselt und verarbeitet werden können. Das Betriebssystem Windows 7 zum Beispiel hat diese Möglichkeit bereits integriert.

Allerdings ist bei jeder Art der Verschlüsselung eine aus meiner Sicht nicht unerhebliche Hürde zu meistern: die Krux mit dem zu vergebenden Passwort. Ein Passwort ist in diesem Zusammenhang nämlich nur dann wirklich sinnvoll, wenn es mindestens einen Großbuchstaben, mehrere Kleinbuchstaben, Zahlen und am besten auch noch mindestens ein Sonderzeichen beinhält. Dabei sollte es etwa acht Zeichen lang sein und unter keinen Umständen Namen oder Geburtsdaten beinhalten, anderenfalls extra dafür programmierte Softwaretools in absehbarer Zeit automatisiert diesen Schlüssel ausforschen können. Und nun Hand aufs Herz: Wer merkt sich solch ein Passwort und das auch noch über einen längeren Zeitraum hinweg? Also wird das Passwort aufgeschrieben und bestenfalls an einem sicheren Ort verwahrt. Oder einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter mitgeteilt. Oder im schlechtesten Fall auf einem Post-it einfach am Bildschirm befestigt. Denn im Notfall, wenn zum Beispiel die Festplatte des Computers defekt wird und die Daten von der Sicherung auf ein neues Gerät überspielt werden müssen, genau dann geht ohne dieses Passwort gar nichts mehr. Ist es vergessen oder wird die Notiz nicht mehr gefunden oder ist gerade niemand da, der den Schlüssel zur Lade hat, in der sich der Zettel möglicherweise irgendwo befindet, so stehen die so dringend benötigten Daten nicht zur Verfügung. Sonst hätte die Verschlüsselung keinen Sinn gemacht. Also gilt wie bei allen Verfahren auch hier die Abwägung des mit einer Methode Erreichten zu den Kosten, dem Aufwand und dem damit entstehenden Risiko. Sonst erzielt man am Ende genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich wollte.
 
       
       
       
   
05.10.2011 Datenübernahme im Normdatensatz der Ärztekammer.
 
    Seit es Arztsoftware gibt – und das ist nun schon eine sehr lange Zeit - wechseln Ärzte, wenn sie unzufrieden sind oder aus anderen Gründen, mit Übernahme der Daten von einem Softwareanbieter zu einem anderen. Das entspricht dem freien Markt und verhindert Quasimonopolstellungen. Der Normdatensatz der Ärztekammer liefert da trotz einiger verbesserungswürdiger Punkte gute Dienste und wird eigentlich von allen mir bekannten namhaften Anbietern als Grundlage für die Datenübernahme eingesetzt.

Gut, man muss zur Sicherheit die im Normdatensatz exportierten Daten vor der Übernahme natürlich immer kontrollieren und bei manchen Anbietern auch ein bisschen nachbessern, hat man dies aber einmal durchgeführt, so nutzt man dieses Wissen erfolgreich auch bei allen folgenden Umsteigern von diesem Anbieter. Auch waren bisher alle namhaften Arztsoftwarehersteller bereit, die Exportfunktion zu aktivieren, soferne dies nicht vom Anwender selbst durchgeführt werden kann.

Leider gibt es von der Ärztekammer keine Liste mit denjenigen Anbietern, bei denen der Export auf Grundlage der Ärztekammernorm selbständig aus dem Programm durchgeführt werden kann. Dies wäre sehr hilfreich, am besten in Kombination mit einer freiwilligen Prüfung durch die Ärztekammer, ob der Export auch genau der Norm entspricht. Das würde einerseits verhindern, dass einzelne Anbieter eine Menge Geld für die Übernahme verlangen, auf der anderen Seite wäre sicher gestellt, dass der Export auch weiterhin sauber möglich ist.
 
       
       
       
   
17.05.2011 e-medikation doch nicht so problemlos?
 
    Nun hat das Bundesvergabeamt in seinem Bescheid mitgeteilt, was mehrere Arztsoftwarehersteller ASWH schon längere Zeit monieren (Artikel E-Medikation: Geldbuße für Hauptverband vom 17.5.2011 auf orf.at): Dass die Vergabe für das Pilotprojekt zur e-Medikation etwas seltsam gelaufen ist, um es freundlich zu formulieren.

Soweit ich mich erinnere, haben die dafür Verantwortlichen des HAUPTVERBANDES damals als Begründung für ihre Entscheidung angegeben, sie hätten sich für die beiden ASWH entschieden, die in den Pilotregionen über die meisten an einer Mitarbeit interessierten Ärzte verfügen. Und Wien fiel da auf Grund der abwartenden Position der Wiener Ärztekammer nicht wirklich ins Gewicht.

ALPHAVILLE zum Beispiel hätte in den beiden Wiener Pilotregionen ebenfalls genügend Anwender gehabt und auch die Bereitschaft signalisiert, gegen eine Aufwandsentschädigung – die übrigens bei weitem nicht so hoch gewesen wäre wie die kolportierten jetzt gezahlten Beträge – an dem Piloten teilzunehmen. Verhandlungen wurden jedoch weder mit ALPHAVILLE noch meines Wissens mit irgendeinem anderem ASWH geführt. Als Argument wurde dann eben angeführt, dass die Entscheidung bereits gefallen sei und für weitere Anbieter kein Geld mehr im Topf zur Verfügung stünde.

Also warten die ASWH, die nicht am Pilotprojekt teilnehmen, gelassen auf eine allgemeine Fassung der Vorgaben für die Realisierung, die sie ohne große Schwierigkeiten in angemessener Zeit bewerkstelligen können und auch rechtzeitig zum endgültigen Rollout ihren Anwendern zur Verfügung stellen werden, falls es wirklich dazu kommt. Insofern kann die Ärztekammer also beruhigt sein und die Sorgen, die sich der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer Dr. Steinhart in dem orf.at-Artikel macht, sind unbegründet: Die nicht am Pilotprojekt teilnehmenden ASWH können das mindestens genauso gut umsetzen und werden es gegebenenfalls auch tun. Nur von ihnen verlangen, dass sie es im Gegensatz zu den beiden vom HAUPTVERBAND bezahlten ASWH (COMPUGROUP mit der zur COMPUGROUP gehörenden INNOMED und IB INFORMATIK) kostenlos machen, das wird doch wohl auch die Ärztekammer nicht. Denn erstens ist ja wie gesagt noch gar nicht sicher, ob ELGA als Grundlage für die e-Medikation überhaupt kommt und zweitens wäre es extrem marktverzerrend, wenn ein Teil der ASWH für dieselbe Leistung vom HAUPTVERBAND bezahlt wird und der andere nicht.

Jedenfalls muss die ELGA als Grundlage für die e-Medikation erst durch das Parlament. Die Kostendiskussion ist ja wie vorhergesagt bereits voll entbrannt, ganz abgesehen von den Fragen der Form der Teilnahme und anderen Fragen, die da vermehrt auftauchen.

So ganz reibungslos, wie uns die Verantwortlichen für die e-Medikation das vormachen wollen, scheint allerdings auch der Pilot nicht wirklich zu laufen (Artikel E-Medikation mit Kinderkrankheiten vom 16.5.2011 auf orf.at).
 
       
       
       
   
05.05.2011 Qualitätssicherung – cui bono?
 
    Seit einiger Zeit schon versucht die für das ecard-System zuständige SVC ein so genanntes Qualitätssiegel auf die Beine zu stellen. Dieses Qualitätssiegel sollen nach den ersten Entwürfen offensichtlich nur diejenigen Arztsoftwarehersteller ASWH erhalten, die sich erfolgreich einem Prüfungsprozedere unterwerfen und die zusätzlich eine Art Verpflichtungserklärung unterzeichnen.
Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Mit der bisherigen Zertifizierung des Hauptverbandes auf Grundlage der DVP hat das rein gar nichts zu tun.

Die Idee einer Qualitätssicherung ist aus meiner Sicht sehr wohl zu befürworten. Jeder ASWH muss daran interessiert sein, dass seine Lösung sauber und problemfrei mit dem ecard-System funktioniert.
Deswegen haben Teile der ASWH sich zunächst auch prinzipiell zustimmend zu diesem Qualitätssiegel geäußert, sind sie doch davon ausgegangen, dass dieses Siegel im beiderseitigen Interesse – also sowohl der SVC als auch der Anwender der Arztsoftware - liegt und dass natürlich auch die Ärztekammer als Vertretung der Anwender eingebunden ist.

Nun hat sich leider gezeigt, dass die Ärztekammer darüber scheinbar nicht einmal informiert ist. Und dass die höheren Ebenen der SVC sich nur in mehr als eingeschränkter Weise gesprächsbereit zeigen über Rahmen, Ablauf, Umfang der Tests und die zusätzlich gestellten Anforderungen zu diskutieren.

Das ist insofern mehr als seltsam, als offensichtlich ein großer Teil der ASWH seine Anbindung sauber gelöst hat. Und weil ein Großteil der ASWH ohnehin ein ausgezeichnetes Verhältnis mit der für die technische Umsetzung verantwortlichen operativen Ebene der SVC pflegt, das Grundlage für jede Art der Fehlersuche und Fehlerbehebung ist.

Was ist also der Hintergedanke der Führungsebene der SVC? Sie spricht wie gesagt ausschließlich vom Wunsch, die Qualität zu sichern. Aber ist es das wirklich?

Denn welche Qualität genau soll hier gesichert werden? Vielleicht die derjenigen ASWH, die sich bereit erklären würden, sich der Prüfung zu unterziehen? Das wären aber wahrscheinlich wie immer genau diejenigen, bei denen ohnehin alles sauber funktioniert. Die haben aber nach den ersten Entwürfen einen mehr als erhöhten Aufwand mit Prüfung, Wiederprüfung, Hinterlegung des Quellcodes und all den Anforderungen, die da im Raum stehen. Mehraufwand und Kosten, die sie selber tragen müssten. Obwohl sie keinen erkennbaren Vorteil hätten, weil ihre Lösungen ja ohnehin bestens funktionieren. Und sie müssten sich den Vorwurf machen lassen, sich über die Köpfe der Ärzteschaft hinweg den Forderungen der SVC zu unterwerfen.

Oder will man nur die Qualität derjenigen Lösungen verbessern, die nicht sauber an das ecard-System angebunden sind? Diese ASWH werden sich aber wohl kaum einer Prüfung für das Qualitätssiegel unterziehen, müssten sie doch in der Regel nach Rücksprache mit der SVC um ihre Probleme wissen, können sie aber offensichtlich nicht in den Griff bekommen.

Das gebrachte Argument, der Arzt könnte auf Grund des Qualitätssiegels erkennen, welche Lösung geprüft ist und welche nicht, zählt nicht. Erstens, weil wie gesagt offensichtlich die Ärztekammer gar nicht eingebunden ist und zweitens, weil schon die Rezertifizierung des Hauptverbandes gezeigt hat, was von zahnlosen Zertifizierungen und Prüfungen zu halten ist.

Und bei der Anschaffung oder dem Wechsel von Software haben Zertifizierungen und Prüfungen bisher nicht wirklich Auswirkungen gezeigt, weiß der Arzt meistens doch gar nicht um ihre Bedeutung.
 
       
       
       
   
15.04.2011 Skandal um LEA
 
    Da präsentiert der HAUPTVERBAND auf einer seiner Informationsveranstaltungen für Arztsoftwarehersteller stolz sein neues LEA-Suchservice, mit dem die jeweils aktuelle Liste der Vertragspartner für das Ärzteverzeichnis heruntergeladen werden kann. Und führt es offiziell (noch immer) auf seiner Homepage.

Da es sich dabei um Informationen handelt, die von den Ärzten immer wieder nachgefragt werden, freut man sich und beginnt auch gleich mit der Umsetzung, sodass das Ärzteverzeichnis immer auf den letzten Stand aktualisiert werden kann. Wie sich herausstellt, ist für das Herunterladen eine Bürgerkarte notwendig. Also wird eine Bürgerkarte angeschafft, das Herunterladen durchgeführt, die automatische Aktualisierung des Ärzteverzeichnisses mit einigem Entwicklungsaufwand in die Arztsoftware implementiert und alle sind glücklich.

Einige Monate läuft das alles auch einwandfrei, bis eines Tages das LEA-Suchservice über die Homepage der Sozialbersicherung nicht mehr funktioniert.

Die Nachfrage ergibt, dass es offensichtlich bei einer Umstellung der Homepage nicht mehr integriert wurde. Ob willentlich oder aus Versehen ist mir unklar, spielt aber im Grunde ja auch nicht wirklich eine Rolle.

Die erneute Nachfrage per Mail ergibt, dass LEA Mitte Februar 2011 wieder zur Verfügung gestellt werden soll und zur Überbrückung eine einmalige Übermittlung der Daten auf anderem Wege angeboten wird. Die nimmt man natürlich gerne an. Nur leider erhält man weder die Daten noch wird das LEA-Suchservice wieder aktiviert. Und auf die mehrmals gesendeten eMails wird nicht geantwortet. Offensichtliche Devise der Verantwortlichen: Einfach totschweigen.

Wir haben jetzt April und weit und breit von LEA immer noch keine Spur. Der Skandal daran ist in meinen Augen, dass der HAUPTVERBAND ein Service offiziell zur Verfügung stellt, um es nach kurzer Zeit wortlos einfach nicht mehr anzubieten, dann eine ungefähre Frist angibt, wann es wieder verfügbar sein soll und dann diese Frist wieder nicht einhält. Und es nicht einmal der Mühe wert findet, Informationen darüber bereitzustellen. So kann es einfach nicht gehen.
 
       
       
       
   
28.03.2011 Start des Pilotversuches zur e-Medikation
 
    Nun geht es offensichtlich los am 1. April mit dem Pilotversuch zur e-Medikation (siehe auch meine Betrachtungen vom 27. Februar 2011). Die am 17. März bei SIEMENS veranstaltete Präsentation zu diesem Thema war dementsprechend auch hochrangig besetzt und hat eines gezeigt: Dass die COMPUGROUP-Tochter INNOMED nach dem ersten Eindruck die Funktionalitäten in ihrem Modul ordentlich umgesetzt hat. So ähnlich hätte ich es auch gemacht.

Es hat sich aber auch gezeigt, dass die e-Medikation in der Arztordination wohl nicht ohne den jeweils aktuellen lokalen Stand der Warenliste und des Spezialitäten-Interaktions-Tools auskommen wird. Das wird aus meiner Sicht Voraussetzung sein – ich denke, dies ist auch bei der COMPUGROUP-Lösung so – und wird die laufenden Kosten zumindest bei denjenigen Ärzten erhöhen, die noch nicht über diese Aktualisierungen verfügen.

Gezeigt wurde auch das zweiseitige kleingedruckte Formular, das von jedem am Piloten teilnehmenden Patienten vorab unterzeichnet werden muss, bevor das Einmelden in die e-Medikationslösung zulässig ist. Da wird auf die teilnehmenden Ärzte eine Menge an Erklärungsaufwand zukommen.

Zu hinterfragen ist nach wie vor, wieso vom HAUPTVERBAND für den Piloten zur e-Medikation genau diese drei Pilotregionen gewählt wurden. Es sind nämlich diejenigen Regionen, in denen auch der Pilot zur elektronischen Überweisung UZE durchgeführt wurde (wird?), von dem man im Augenblick so gar nichts mehr hört. Man kann den Betreibern der e-Medikation nur wünschen, dass der Pilot nicht ein ähnliches Schicksal erleidet wie die UZE. Dann dauert die Umsetzung nämlich um ein Vielfaches länger, als geplant. Wenn sie überhaupt kommt.

Eine abschließende Frage habe ich noch zu dem Thema: Weiss jemand, von wem das Projekt e-Medikation eigentlich ausgeht ? Von der APOTHEKERKAMMER, die da schon eine Menge Vorableistungen erbracht hat und laut einem Artikel in „Die Presse“ von voriger Woche nun überlegt, einen Teil der Kosten auf den HAUPTVERBAND zu übertragen ? Oder doch von unserem Gesundheitsminister ? Dass es nicht die Ärztekammer war, davon gehe ich aus.
 
       
       
       
   
10.03.2011 Ökonomische Vergleichsdaten über das ecard-System -
was soll das für einen Sinn haben?
 
    Nun steht neuerdings die Möglichkeit zur Verfügung, für eine einzelne, aktuell verfügbare, das heisst im Heilmittelverzeichnis enthaltene Spezialität über das ecard-System die ökonomischen Vergleichsdaten abzurufen. So weit, so gut.

Man muss dem System dazu nur eine aktuell verfügbare Spezialität mit ihrer Pharmanummer schicken. Das wird allerdings nur diejenigen Anwender freuen, die zwar in ihrer Software die Liste des Heilmittelverzeichnisses des Hauptverbandes von ihrem Softwareanbieter aktualisiert bekommen, deren Lösung aber nicht automatisch die Liste der ökonomischen Vergleichsdaten anzeigen kann. Bei allen anderen geht das ohnehin und vor allem deutlich schneller.

Ersetzen kann diese Funktion nämlich ein komplettes ÖKOTOOL nicht, da es ja den jeweils aktuellen Stand des Heilmittelverzeichnisses voraussetzt. Und der kommt nicht über das ecard-System. Und selbst dann müsste er erst in die jeweilige Softwarelösung integriert werden.
 
       
       
       
   
07.03.2011 Endlich Geld für Leistung
 
    Man hält es kaum für möglich: die Ärztekammer Kärnten zahlt einmalig für den Einsatz der elektronischen Arbeits(un)fähigkeitsmeldung Ärzten der Allgemeinmedizin 1.200€ und Fachärzten 600€. Das läßt darauf schließen, dass hinkünftig der Hauptverband, von dem das Geld ja wohl stammt, auch weiterhin finanzielle Unterstützung der Ärzteschaft für die Anschaffung von erwünschten Funktionalitäten leisten wird. Der Präzedenzfall ist auf jeden Fall eingetreten.

Da kann sich die Ärzteschaft in Hinblick auf e-Medikation, elektronische Überweisungen und weitere Projekte freuen. Endlich wird sie entsprechend entschädigt
 
       
       
       
   
05.03.2011 Wird sich mit ALVA bei der Abrechnung etwas ändern?
 
    In der DVP - der Organisationsbeschreibung Datenaustausch mit Vertragspartner des Hauptverbandes - steht zwar geschrieben, wie genau welche Informationen gestaltet sein müssen, damit sie korrekt eingelesen und verarbeitet werden können. Aber verarbeitet wovon? Nun gibt es, abgesehen vom Umstand einer ab Beginn dieses Jahres gültigen neuen Version der DVP als Grundlage für die richtige Form, eine zweite Neuerung, nämlich ALVA.

Nachdem der Rechnungshof auf Schwächen bei den Prüfungsverfahren des Hauptverbandes hingewiesen hatte, hat nämlicher Hauptverband Geld in die Hand genommen und gleich eine Reihe von neuen Abrechnungsprüfprogrammen von der SAP entwickeln lassen. Die lauten auf die klingenden Namen VPAB/ALVA (Vertragspartnerabrechnung Alle Gebietskrankenkassen), VPAB/NOVA (Vertragspartnerabrechnung bundesweite Krankenversicherungsträger) und VPAB/HEMA (Vertragspartnerabrechnung Heilmittel) und sind demnach jeweils für einen speziellen Bereich abgestellt.

Ziel ist laut parlamentarischer Beantwortung der Anfrage Nr. 2897/J der Abgeordneten Bernhard Themessl, Kolleginnen und Kollegen auf Frage 7:
Folgende Mehrwert-Funktionen sind dem Projekt VPAB/ALVA anzurechnen:
Schaffung einer einheitlichen Datenbasis für die Erstellung trägerübergreifenden Analysen und Evaluierungen;
Etablierung einer neuen, zukunftsträchtigen technologischen Basis zur Bewältigung der kommenden Anforderungen aus e-Health, Gesund-heitstelematikgesetz, e-card-Folgeprojekten etc.;
Minderung des Wartungs- und Weiterentwicklungsaufwands für die kommenden Anforderungen im Vergleich zu einer Beibehaltung der vielfältigen großteils veralteten Software-Produkte in den GKK;
Intensivierung der automatisationsgestützten Abwicklung der Abrechnung von zehntausenden VertragspartnerInnen mit dem Ziel der Reduktion der dafür notwendigen Verwaltungsaufwände.

Für die Vertragspartnerabrechnung Alle Gebietskrankenkassen wird nun also VPAB/ALVA zuständig sein (VPAB/NOVA wird angeblich schon eingesetzt). Das bedeutet, dass mit Umstellung auf ALVA alle Abrechnungen der erbrachten Leistungen und ihre Berechtigungen von einem komplett neuen Programm geprüft werden, das ab dann über Zahlung oder Nichtzahlung entscheidet.

Ab wann das der Fall sein soll? Nun, laut Angabe der Kassen erfolgt die Einführung beginnend mit Wien sukzessive ab 1.4.2011. Es wird sich weisen, ob ALVA Auswirkungen für die Vertragspartner haben wird und welche.
 
       
       
       
   
04.03.2011 Und wo steht geschrieben, wie meine Abrechnung(sdatei)
auszusehen hat, damit ich mein Geld bekomme?
 
    Nun, das wissen die wenigsten, obwohl es doch ganz entscheidend ist für den Geldfluss von Kasse zu Arzt. Zwar taucht unregelmäßig ab und zu schon der Begriff DVP auf. Dass da genau drinnen steht, wie die elektronische Abrechnung zu erfolgen hat, damit beschäftigen sich offensichtlich nur die Softwareentwickler.

Leider ist immer noch nicht bis zu den davon Betroffenen und ihren Standesvertretern durchgedrungen, dass diese DVP Ursache von ständig notwendigen Änderungen ihrer Software ist. Weil der Hauptverband diese Unterlage immer wieder erweitert, ändert, modifiziert; und das Ergebnis veröffentlicht mit einer manchmal lächerlich kurzen Frist zur Umsetzung. Die aktuelle Version umfasst übrigens bereits 135 Seiten.

Und leider hat sich auch noch nicht herumgesprochen, dass in genau dieser DVP festgeschrieben steht, welche Informationen genau an die Kassen in welcher Form geliefert werden müssen, damit die Überprüfungssoftware der Kassen die Abrechnungsdatei auch lesen kann und es Geld gibt.

DVP steht übrigens für Organisationsbeschreibung Datenaustausch mit Vertragspartner.
Sie ist über den Link für jeden einsehbar. Ob das so bleibt, das wird sich weisen.
 
       
       
       
   
01.03.2011 Das Teurere ist immer besser und das Größere ist immer sicherer.
Ist das so?
 
    Ist die Größe eines Unternehmens nicht alleine schon Garant für Qualität? Gewährleistet sie nicht einfach nur aus ihrer Existenz heraus schon Dauerhaftigkeit? Bedeutet sie nicht automatisch technologische Leadership?

Allerdings, wer hat technologisch den besseren, den innovativeren Ruf: die deutlich kleinere APPLE oder die riesige HP? War die Softwareentwicklung von SIEMENS in Österreich eine der größten in Europa und wurde sie auf Grund mangelnder Rentabilität von ihrer Firmenmutter mittlerweile zu weniger als Bedeutungslosigkeit reduziert? Gibt es heute noch Computer von PHILIPS?

Oder ist vielleicht vielmehr das Unternehmen selbst und seine Unternehmenskultur an sich die Grundlage für seine Überlebensfähigkeit? Und sind kleine, flexible Einheiten nicht in allen Bereichen die überlebensfähigeren? Und war reine Profitorientierung schon jemals eine tragfeste Grundlage für gelebte Kundenorientierung?

Schon richtig, es gibt immer Beispiele für das eine wie für das andere. Aber genau so soll es ja auch sein. Die Entscheidung trifft letzten Endes immer noch der (zahlende) Kunde. Und der entscheidet selber, ob er sich besser bei einem großen Unternehmen aufgehoben fühlt oder bei einer kleinen, aber feinen Schmiede.
 
       
       
       
   
27.02.2011 Und wie geht es weiter mit der e-Medikation als erster
Umsetzung der ELGA?
 
    Vom Gesundheitsminister liegt derzeit ein Gesetzesentwurf zur ELGA zur Begutachtung vor, der allerdings nicht nur wegen der vorgesehenen verpflichtenden Teilnahme der Ärzteschaft und der zu erwartenden hohen Kosten auf Widerstand des ÖVP-Gesundheitssprechers gestoßen ist. Worauf sich die Koalition letzten Endes einigen wird, das wird sich noch weisen.

Schon vor einiger Zeit hatte der Hauptverband begonnen, die Voraussetzungen für eine Evaluierung der e-Medikation zu schaffen und zu diesem Zweck drei Pilotregionen bestimmt. Die Teilnahme der Ärzte der Wiener Region war dabei bis zum Schluss wegen der nicht ganz eindeutigen Position der Wiener Ärztekammer nicht ganz sicher. Immerhin nehmen in der Wiener Region jetzt 31 Ärzte teil. Die Entscheidung für die bezahlte Entwicklung einer probeweisen Anbindung fiel dann laut Hauptverband auf Grund der regionalen Anwenderzahlen in den Regionen, die bereit waren, mitzumachen, auf die COMPUGROUP-Tochter INNOMED und auf die deutlich kleinere IB-Med.

Nachdem das gesamte vom Hauptverband für die Finanzierung von Arztsoftwareherstellern in der Probephase budgetierte Geld für diese beiden Unternehmen ausgegeben wird - ein kleiner Teil wird angeblich nur ausbezahlt, wenn die e-Medikation nicht umgesetzt werden sollte - bleibt für die anderen Softwareanbieter kein Geld.

Die COMPUGROUP-Tochter INNOMED und die IB-Med stellen im Rahmen dieses bezahlten Projektes nun denjenigen Ärzten in den Pilotregionen, die mit ihrer Software arbeiten und auch bereit sind mitzumachen, die Möglichkeit zur Verfügung, über das ecard-System bereits verschriebene Medikationen abzufragen und neue Verschreibungen einzumelden. Dazu müssen in dieser Phase aus rechtlichen Gründen von den Patienten Einverständniserklärungen unterzeichnet werden.

Stellt der Umstand, dass nicht alle Arztsoftwarehersteller an diesem Pilotprojekt teilnehmen, für diese Hersteller einen Nachteil dar? Diese Frage ist mit einem klaren Nein zu beantworten. Erstens hat sich schon bei der Einführung der ecard gezeigt, dass die Teilnahme an einem Pilotprojekt nicht automatisch einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Das damals über einen längeren Zeitraum mit den Testläufen beschäftigte Unternehmen hatte meines Wissens keinen Wettbewerbsvorteil. Und bei der endgültigen Umsetzung hatten dann andere mit die Nase vorne. Zweitens hat dasselbe Projekt schon gezeigt, dass von allen namhaften Anbietern in kürzester Zeit die endgültig geforderte Funktionalität umgesetzt wurde.

Wie geht es nun also weiter? Während und nach einem Probezeitraum, während dessen die Abläufe wohl immer wieder sowohl in technischer als auch in logistischer Hinsicht geprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen, wird dann laut Hauptverband eine Evaluierung stattfinden, die die Grundlage für die weiteren Entscheidungen und Schritte sein soll. Diese Evaluierung soll im 1. Quartal 2012 fertiggestellt werden. Dann wird es erst eine endgültige Schnittstellenbeschreibung für die e-Medikation über das ecard-System geben.

Aufgrund dieser endgültigen Beschreibung werden dann Arztsoftwareanbieter professionell in ihren Lösungen kurzfristig diesbezügliche Funktionalitäten integrieren und sie ihren Anwendern anbieten.

Allerdings wird das erst ab dem Zeitpunkt Sinn machen, wo die elektronische Gesundheitsakte ELGA ausgerollt ist; ohne die wird es nämlich keine e-Medikation geben.

Die Diskussion über die Frage, wer dabei wieviel von den dafür anfallenden Kosten tragen wird, die wird spätestens zu diesem Zeitpunkt voll entflammt sein.